Leitung des Verbundes:

Dr. Christine Katz

Waldwissen

Mai 2005 bis Oktober 2008

 

Thema:

Der Forschungsverbund thematisert „Waldwissen und Naturerfahrungen auf dem Prüfstand, Genderanalysen in der Waldinformations-, Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit sowie Gestaltungsansätze“; es sind Geschlechterverhältnisse einerseits und Naturverständnisse andererseits fokussiert, um ihre Rolle bei der Vermittlung von Waldwissen und ihre Bedeutung für gesellschaftliche Leitvorstellungen von Wald und seiner Bewirtschaftung zu klären.

 

Über Bildungs-, Öffentlichkeits- und Informationsarbeit wird die Öffentlichkeit  nicht nur über Waldbewirtschaftung und ihre Relevanz aufgeklärt, sondern es werden auch Vorstellungen von Waldnatur sowie Konzeptionen zum gesellschaftlichen Umgang vermittelt. Dies trägt erheblich zur Entwicklung und Akzeptanz von Leitbildern bei. Zusehends jedoch wird dieses Tätigkeitsfeld als explizite Aufgabe der Forstverwaltungen abgebaut und damit die Einflussnahme des Staates auf die Wahrnehmung und Wertschätzung des Waldes und seiner Funktionen reduziert. Darüber hinaus führen häufig Frauen die forstliche Bildungs- und Informationsarbeit aus, vor allem sie sind von der Umgestaltung betroffen.

 

Dabei ist die Reflexion der Natur- und Geschlechterverhältnisse für die Weiterentwicklung nachhaltiger Waldvisionen von zentraler Bedeutung, wirken sie doch grundlegend auf das „Mensch-Natur-Verhältnis“ ein. Es ist daher erforderlich, die derzeit vermittelten Leitbilder von und Zugänge zu Waldnatur in Bezug auf ihre immanenten Werthaltungen und Geschlechterkonstruktionen zu analysieren – eine „geschlechterblinde“ Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit würde die Leitbilder zum gesellschaftlichen Umgang mit Wald einseitig prägen.

 

Aus diesem Kontext verfolgt der Verbund „Waldwissen“ mehrere Forschungsziele: die Geschlechterbezüge forstlicher Bildungs-, Öffentlichkeits- und Informationsarbeit aufzufächern; die dahinter stehenden Leitbilder zum Umgang mit Waldnatur sowie deren normativen Gehalt und geschlechterrelevante Implikationen zu reflektieren; Folgen der Reformprozesse in den Forstverwaltungen für die Bildungsarbeit, ihre Institutionalisierung und Ausführung zu betrachten; Ansatzpunkte für die Überwindung geschlechtsspezifischer Zuweisungs- und Ausgrenzungsprozesse zu erhellen; Wege für ein erfolgreiches Gender Mainstreaming in der Forstverwaltung zu zeigen sowie die reflexive Weiterentwicklung und -gestaltung der forstlichen Profession zu unterstützen. 

 

Executive Summary:

Testing forest knowledge and nature experiences. The role of gender ratio and nature understanding in communicating forest knowledge and the acceptance of guiding societal principles of forest and forest management (forest education and public relations).

 

Information:

http://www.wa-gen.de/ 

Dr. Christine Katz, Universität Lüneburg (Verbundleitung und -kooordination)

waldfrauen(at)uni-lueneburg.de

 

Partner:

Universität Lüneburg, Institut für Umweltstrategien

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Institut für Forstbenutzung und Forstliche Arbeitswissenschaft

 

Ergebnisse:

Der Zustand der forstlichen Waldpädagogik in Deutschland – BMBF-Verbund „Waldwissen“ legt umfassende Studie vor

 

Es gehört zum Selbstverständnis und zum Repertoire forstlicher Praxis, Informationen und Wissen über den Wald weiterzugeben. Seit etwa fünfzehn Jahren werden solche Angebote gesellschaftlich verstärkt nachgefragt. Dies konfrontiert Akteure der Forstverwaltungen mit einer Fülle an Aufgaben, deren Bewältigung zusätzliche Kompetenzen und personelle Ressourcen erfordert. Dabei erwächst aus dem aktuellen Personalabbau im Forstbereich auf der einen Seite und den vielfältigen Ansprüchen unterschiedlichster Zielgruppen sowie den teils überzogenen Erwartungen an die „Heilswirkung“ von forstlicher Waldpädagogik andererseits ein konfliktträchtiges Spannungsverhältnis.

 

Doch um überhaupt über die Gestaltung und die Qualität von Waldpädagogik sinnvoll nachdenken zu können, bedarf es zunächst umfassender Kenntnisse zu deren aktuellem Zustand. Wenig systematisch erfasst ist bislang nicht nur, wie forstliche Waldpädagogik „gemacht“ wird, sondern auch welche Ziele verfolgt werden (sollen). Der BMBF-Forschungsverbund „Waldwissen“ hat dazu jetzt eine quantitative und qualitative Basiserhebung vorgelegt. In der Studie werden die strukturellen, prozeduralen und qualifikatorischen Verhältnissen der waldpädagogischen Aktivitäten der Forstverwaltungen (und ihrer Institutionen) dargestellt sowie die Genderrelevanz auf der inhaltlichen und der konzeptionellen Ebene beschrieben. > mehr (Studie pdf)

 

Information und Kontakt:

Dr. Christine Katz, Universität Lüneburg 

www.wa-gen.de 

 

Weitere Informationen zu Projektfortschritt und Ergebnissen finden Sie auf der Website des Verbundes (rechter Seitenbaum).

 

 

 

 

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